Archive for März, 2007
Ich bin wohl doch ein Nerd. Ich habe meine komplette Freizeit heute tatsächlich mit Aufräumen und Wühlen durch Codezeilen verbracht. Und das, nachdem ich schon die letzten beiden Tage in der Firma schon fast ausschließlich bis zum Kinn in Sourcecode gebadet hab. Und das auch noch in einer Mischung aus hardwarenahem C und Assembler.
Die Gründer des Projektes, mit dem ich gerade zu tun habe, müssen aber auch einen gewissen Geekfaktor haben. Wer sonst würde einen universellen Bootloader Das U-Boot nennen. Wenn man sich dann durch hunderte Zeilen Code kämpft, um die Hardwareabstraktion der IDE-Treiber zu verstehen und dann in der README-Datei folgendes findet, wundert einen fast gar nichts mehr, auch wenn ich einige Sekunden gebraucht hab, um festzustellen, dass es sich nicht um C-Code handelt.
U-Boot Porting Guide:
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[Based on messages by Jerry Van Baren in the U-Boot-Users mailing list, October 2002]
int main (int argc, char *argv[])
{
sighandler_t no_more_time;
signal (SIGALRM, no_more_time);
alarm (PROJECT_DEADLINE - toSec (3 * WEEK));
if (available_money > available_manpower) {
pay consultant to port U-Boot;
return 0;
}
Download latest U-Boot source;
Subscribe to u-boot-users mailing list;
if (clueless) {
email ("Hi, I am new to U-Boot, how do I get started?");
}
while (learning) {
Read the README file in the top level directory;
Read http://www.denx.de/twiki/bin/view/DULG/Manual ;
Read the source, Luke;
}
if (available_money > toLocalCurrency ($2500)) {
Buy a BDI2000;
} else {
Add a lot of aggravation and time;
}
Create your own board support subdirectory;
Create your own board config file;
while (!running) {
do {
Add / modify source code;
} until (compiles);
Debug;
if (clueless)
email ("Hi, I am having problems...");
}
Send patch file to Wolfgang;
return 0;
}
void no_more_time (int sig)
{
hire_a_guru();
}
Ich verstehe, wenn das jetzt nicht für jeden witzig ist. Ich gehe schon in die Ecke und schäme mich.
An dieser Stelle einen schönen Gruß an Wolfgang Denk, der vielleicht genial, auf jeden Fall aber ein Guru ist und mit dem U-Boot und dem ELDK sicherlich ein Stück Softwaregeschichte geschrieben hat. Beste Grüße auch von Reinhard.
Als ich im code gen_eth_addr.c dann folgenden Kommentar gefunden hab, dachte ich einfach nur: OMG, geeks.
/* (C) Copyright 2001
* Murray Jensen
*/
/*
* setting the 2nd LSB in the most significant byte of
* the address makes it a locally administered ethernet
* address
*/
Den Satz muss man tatsächlich einige Male laut aussprechen und auf der Zunge zergehen lassen. Einfach nur geil. Präzisise und kurz formuliert, aber beim ersten Lesen versteht es bestimmt keine Sau.
Als ich heute in meinem syslog dann folgende Fehlermeldung gefunden hab, war es total aus:
Mar 31 15:47:19 mike gconfd: Some clown returned undeclared exception 'IDL:ConfigException:1.0'
Da hatte einer Spaß beim Programmieren von Fehlermeldungen. Hätte auch von mir kommen können.
Okay, genug gelacht für heute. Morgen früh ruft eine Rollenspielkonvention.
Diese Woche war einfach wundervoll. Ich kam mir selten so verarscht vor. Da stellt man an Zulieferer eine einfache Frage, und bekommt einfach keine vernünftige Antwort. Die Amis sind einfach zu dämlich, die Frage zu verstehen und schicken einen Standardtextbaustein, der absolut nichts mit der Frage zu tun hat. Die deutschen Zulieferer schicken nur automatisierte Eingangsbestätigungen, aber sonst hab ich noch nichts von denen gehört. Das ist ärgerlich, stehe ich mit dem Projekt doch ein wenig unter Zeitdruck. Noch ärgerlicher ist allerdings, dass mir beim Neusortieren alter emails im Ausgangsordner aufgefallen ist, dass ich eine ähnlich lautende Anfrage an die gleichen Zulieferer schon vor einem Jahr mal gesendet und bis heute keine Antwort bekommen hab.
Eigentlich gehört das ja in den Aufgabenbereich der Abteilung Einkauf und Beschaffung, aber weil die zu zwei Dritteln Urlaub haben, kümmer ich mich selbst drum. Blöde Idee, immerhin wissen die normalerweise, an wen man sich am besten bei diesen Firmen wendet. Naja, hab ich mal wieder die Arschkarte gezogen. Und nach Ostern können sich die lieben Kollegen dann damit rumärgern, wenn sie aus dem Urlaub sind, denn vorher wird es die Restbesetzung auch nicht in Angriff nehmen.
Ich weiß nur nicht, ob mich die Bemerkung eines Kollegen aufmuntern oder deprimieren soll:
“Wenn die sich nicht melden, ist das ein gutes Zeichen. Dann wollen sie den Auftrag, haben aber gerade keine Zeit. Den Kunden zappeln lassen können wir aber auch ganz gut.”
Anti hat da ein sehr schönes Howto zum Thema Musiktransfer mit dem iPod zusammengetragen.
Ich hab zwar keinen iPod, weder Makro, Mini, Mikro noch Nano, aber nett zu wissen, dass es geht. Mir fehlt bei dem Kleinen einfach die Linuxkompatibilität und die Fähigkeit ogg-vorbis zu spielen.
Aber hier noch ein Hinweis in eigener Sache: Verbringt euren Urlaub doch auf Betelgeuze. Dort herrscht noch für mindestens 1000 Jahre Bombenwetter. Ausserdem wird ein gewisser nervender Einheimischer noch für einige Zeit entweder ganz woanders oder auf Ursa Minor zu finden sein
KEINE PANIK
Es war letzten Freitag mal wieder soweit, es hat ein kleines Clan-Treffen gegeben. Bethy und ich haben den guten Psiecho mit Freundin und Kind im schönen (*hust hust*) Kiel besucht. Von Freitag bis Sonntag nichts weiter getan, als zu kochen, den armen Vodka zu dezimieren, Party zu machen, zu quatschen, DVD zu schauen und mit der Kleinen spielen. Wenn man mal von dem Brüllen am Sonntag Morgen mal absieht, war das echt genial und entspannend. Danke, Psiecho, für die Einladung, das hat echt Spaß gemacht. Ach, die Runden an der XBox nicht zu vergessen. Ich wusste gar nicht, dass ein einzelner Mensch so viele verschiedene Autorennspiele haben kann.
Eins ist jedenfalls klar: Auch wenn die herde als Gaming Community nun schon zweimal gestorben ist, und ein erfolgloser Wiederbelebungsversuch erfolgte, so hat dieses Wochenende doch gezeigt, dass der Kern doch immer noch gut miteinander funktioniert. Naja, die nächste Silvesterparty wird dann hoffentlich das lange angestrebte große Herdentreffen, da es am letzten Silvester ja leider nicht ganz geklappt hat.
Also Anti, es wird Zeit, dass das neue Forum die closed beta verläßt und in den Produktivbetrieb über geht.
… the regular crowd shuffles in,
there’s an old man, sitting next to me,
making love to his tonic and gin.
Zwar fange ich diesen neuen Post mit ein paar Songzeilen des gleichen Künstlers an, dessen Zitat meinen letzten Beitrag abgeschlossen hat, jedoch denke ich mal, dass ich so trotzdem den geplanten Themenschlenker hinbekomme, auch wenn ich wieder das abgepeilte Zielkonglomerat Technik/Computer/Onlinegames weit verfehle.
Es war nicht Samstag, sondern ein Sonntag, es war nicht 21 Uhr, sondern 18 Uhr 30, und es war keine Pianobar, sondern ein irischer Pub. Die Livemusik kam auch nicht von einem Solokünstler, es waren gleich zwei Hände voller Musiker, die Traditional Irish Folk spielten. So, wie es jeden Sonntag dort ist.
Es ist wirklich faszinierend, was man dort für Menschen beobachten kann. Wenn man nur ein wenig die Augen aufmacht, fällt einem auf, dass nicht nur der staff einem bekannt vorkommt. Der Mann, der immer am gleichen Tisch sitzt, und jede Woche Seiten um Seiten mit einem Füllfederhalter in einem Ringbuchblock füllt; die Vierergruppe, die mal Karten und mal Trivial Pursuit spielt; die drei, die immer untem am entfernten Ende des Tresens sitzen, gute Bekannte der Angestellten zu sein scheinen und stundenlang reden; der Typ mit dem Schäferhund, der immer auf zwei Kilkenny reinkommt und gestern meinte, er müsse jetzt schnell heim, weil seine Frau ihm sonst nicht glaubt, dass er nur mit dem Hund draussen war.
“Yes, they’re sharing a drink they call loneliness. But it’s better than drinkin’ alone”
Eine faszinierende kleine Welt, eine Insel in der Hektik unserer Zeit. Ein Luxus, den man sich viel zu selten gönnt. Aber genau das ist doch, was den Unterschied macht zwischen einfacher Existenz und Leben. Manche noch so einfachen Dinge müssen einfach mit Stil und Hingabe getan werden. Style over substance.
Gewisse Leser darf ich in diesem Zusammenhang an das Grillen auf Dächern in den letzten zwei Sommern erinnern, sowohl virtuell als auch real. Auch dieses Jahr wird wieder ein Sommer kommen. Und der Stil wird uns ja hoffentlich nicht abhanden gekommen sein, oder?
Richtig zu leben ist eine Kunst, und ich vermute, ich habe noch viel zu lernen. Wir haben viel verlernt. Die Iren, die Schotten, die Italiener, die Spanier, sogar die Franzosen können das Leben geniessen, doch manchmal habe ich das Gefühl, in Deutschland ist das kurze Innehalten nur eine Randerscheinung. Vielleicht bin auch nur ich derjenige, der es verlernt hat. Der Fluch eines an moderne technische Kommunikationmittel gebundenen Lebens? Nicht zwangsläufig, hab ich mir vorgenommen. Mal schauen, wie das klar formulierte Ziel aussieht.
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