Archive for April, 2007


Hannover Messe Industrie

Posted by Daniel Stalker
In WTF
20Apr 07

Habe ich schon mal erwähnt, dass man sagt “kein Plan überlebt den ersten Feindkontakt”? Hat die Tagesplanung für den gestrigen Messebesuch auch nicht getan. Und mir brummt jetzt noch der Schädel. Aber ich fange einfach mal am Anfang an und höre später erst mit dem Ende auf.

Nach der Planung wollte ich zwischen 8 und 9 Uhr los, um so zwischen 9 und 10 Uhr auf dem Messegelände anzukommen. Eine Orgie aus fehlgeschlagenen Aufstehversuchen auf Grund einer viel zu kuscheligen Decke, einem arg verzögerten Frühstück und einem dringend notwendigen aber länger als geplant dauernden Anruf bei meiner Krankenversicherung später war ich dann erst kurz vor 12 auf dem Messegelände.
Das alles war vielleicht gar nicht so schlecht, aber durch die folgenden Ereignisse wurde mein Kurs durch diesen Tag dann in eine völlig andere Richtung gelenkt. Ich taperte nämlich noch nicht ganz wach durch die Ticketkontrolle auf das Messegelände, als mir die ähnlich enthusiastisch schleichende Silhouette im Anzug vor mir irgendwie bekannt vorkam. Marc hat vor zwei Jahren mal zur gleichen Zeit ein Firmenpraktikum gemacht und wir wollten uns eigentlich die ganze Zeit mal im Biergarten treffen, haben es aber irgendwie nie auf die Reihe bekommen. Jetzt, nachdem er einen Job bei einer Firma in Hamburg hat und dort hingezogen ist, treffe ich ihn hier auf der Messe. Seltsam, wie das Leben manchmal spielt. So hatte ich gleich die erste Kaffeeeinladung an den Stand seiner Firma in der Tasche.
Gleich danach stolperte ich dann am “Jugend entdeckt Technik”-Stand in der Forschungshalle über die Cheffin vom VDI Niedersachen, um gleich die nächste Einladung zum Kaffee später am VDI-Stand zu bekommen. Da Gino, einer unserer Marketingingenieure und Messereferenten, mich auch schon aufgefordert hatte, mal auf ein belegtes Brötchen und einen Kaffee an unserem Stand in Halle 9 vorbei zu schauen, war meine Planung, mich von Halle 13 nach Halle 9 durchzuarbeiten, um mir einen Überblick über Energietechnik, Effizienzforschung und Industrieautomatisierung zu verschaffen, und dann am Ende wieder in der Forschungshalle in Halle 2 zu landen. Dabei wollte ich dann bei Marc in Halle 11 vorbei schauen. Dieser Plan klappte wenigstens mehr oder weniger, bis ich bei unserem Messestand ankam.
Eine der obersten Regeln eines denkenden Mannes ist, keine Bedienungen im Restaurant, keine Flugbegleiterinnen und keine Messehostessen anzugraben. Ist sinnlos, verschwendete Energie und passiert denen so häufig, dass es sie nur nervt. Ich finde, zu deren Stressfaktor muss man nicht auch noch beitragen, obwohl ich mir ein Lächeln, ein Zwinkern und gelegentlich ein paar nette Worte irgendwie nie verkneifen kann. Das scheint ein Reflex zu sein, wenn ich solo bin, aber ausgerechnet bei unserem Messemäuschen schlug dieser Reflex noch etwas weiter aus, was dazu führte, dass ich eine neue Seite an meiner Beziehung zu Frauen entdeckt habe. Normalerweise bin ich der Typ Mann, der Frauen sammelt, die ihm alle aus unerfindlichen Gründen ihre Probleme erzählen müssen, um ihn dann schon nach kurzer Zeit als einen ihrer besten Kumpels zu sehen. Gestern stellte ich nun fest, dass ich auch anders kann: Nach 15 Minuten small talk war ich meine email-Adresse los, für den Fall, dass die gute Medizinstudentin ihre Physikprüfung versaut hat und Nachhilfe benötigt. Öfter mal was Neues.
Der Tag war jetzt schon weit fortgeschritten, es war kurz vor 17 Uhr, obwohl meine ursprüngliche Planung vorgesehen hatte, so gegen 16 Uhr auf dem Rückweg zu sein, trotzdem machte ich mich auf den Weg zu meiner Kaffeeverabredung am VDI-Stand, und wurde dort noch zu der überhaupt nicht eingeplanten VDI-Standparty am Abend eingeladen. Ich musste nur noch die 1 1/2 Stunden bis zum Beginn rumbekommen und hab mich in die Sonne auf den Rasen vor Halle 2 gehauen und gedöst.
Auf der Party hab ich dann noch Hung wiedergetroffen und im Gespräch festgestellt, dass wir uns nicht mehr gesehen haben, seit ich ihm vor 4 Jahren bei seinem letzten Umzug geholfen hab. Verdammt, wie die Zeit vergeht. Den Rest der Zeit hab ich mich dann mit einer wechselnden Gruppe aus 2-10 E-TechnikerInnen betrunken, von denen ich zwar nicht mehr einen Namen weiß, die aber alle echt nett waren.
In der Bahn nach Hause bin ich dann noch Stephen begegnet, der mich fragte, wo man hier in Hannover denn hingehen könnte, um nochmal schnell eine Studentin aufzureißen. Als ob ich sowas wüsste, hab ihm dann aber Die Ständige Vertretung vorgeschlagen. Weil die etwas schwer zu finden ist, hab ich mich im Tausch für ein Kölsch auch noch breitschlagen lassen, ihn da hin zu führen. (Gerade fällt mir ein, dass ich ihm auch einfach Steffis Telefonnummer hätte geben können.) Unterwegs sind haben wir uns im Vorbeigehen über das hannoversche Opernhaus unterhalten, als sich eine Frau in unser Gespräch einmischte. Im Verlauf stellte sich dann heraus, dass Stephen und sie beide gebürtige Dresdener sind und früher mal nur zwei Strassen auseinander gewohnt haben. Zufälle gibt’s.
Etwa eine halbe Stunde Später war ich dann endgültig auf dem Heimweg, nur um direkt vor meiner Haustür dann Florian, einem WiWi, den ich schon seit bestimmt 2 Jahren nicht mehr getroffen habe, und seiner Freundin zu begegenen, die gerade aus Emden (oO?) kamen, und habe mich mit den beiden noch ca. eine halbe Stunde -es war mittlerweile kurz vor 1- über Wirtschaftsmodelle und die Unfähigkeit vieler WiWis, die Gültigkeitsweite dieser Modelle zu erkennen, unterhalten.

Was für ein seltsamer Tag…


Life is a fight!

Posted by Daniel Stalker
In Menschen
15Apr 07

This post is dedicated to Walter Boelen, dive instructor and possbly the wisest man on this planet I have ever met or will ever meet. To me he is an idol par excellence, insightful and calm. Been there, done that and content with the t-shirts. Especially the last fact is where he surely excels me in ;-)
He taught me some really interesting views on life, but the one thing I appreciate most of the things I learned is a saying of his.
We were talking about jobs and he told me about a soon coming break he has to take as he is enlisted for a transfer trip of a sailing boat from Tenerife to the Netherlands. Three weeks of sailing a boat for which he gets paid instead of diving, for which he also gets paid. He put on a very serious face and said: “Stress, every day stress. Life is a fight!” Then he raised one corner of his mouth and then the other, forming a very impish smile.
Yes, life IS a fight, but it is also what you make of it. Choose your goals wisely and you can fight your fights on known territories, making them easy to win. I guess nothing in life is a Sunday morning walk (except from Sunday morning walks, but even there I’m not quite sure). Making the best of it is probably the only thing, that can make the life be worth living. It’s hard for a very rational person like me, not to worry about everything and not to worry too much, but if you do, you only get stressed and fight against shadows when you should be happy with what you’ve got. This knowledge is not new to me, but I think these words make it much easier to remind me because I tend to forget.

Life is a fight!


Wirr-tuel

Posted by Daniel Stalker
In Geeks 'n' gizmos
5Apr 07

Wie gerade eben im letzten Beitrag schon angedeutet, scheint die Menge an Gizmos in meinem Leben momentan rapide anzusteigen. Vielleicht erscheint es aber auch nur so, weil fast alle meine Freunde und gute Bekannte von Frühlingsgefühlen gepackt in einigermaßen funktionierende Beziehungen schlittern, ich mir deshalb deutlich weniger Gejammer anhören muss und mir selbst damit auch deutlich weniger Gedanken über Frauen mache, was dazu führt, dass ich anderen (un)wichtigen Dingen mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen kann. (Okay, der letzte Satz strotzt jetzt von Unwahrheiten und Übertreibungen, aber nehmen wir mal an, es wäre tatsächlich so.)
Die Welt wäre ohne Probleme so langweilig. Jeder kennt ja das vim-emacs Problem, aber ich gestehe, ich bin ein Weichei. Ich benutze statt vim lieber nano, und emacs ist ein cooles Betriebssystem, aber es fehlt ein guter Editor. Wenn es ums Programmieren geht werde ich sogar noch weicher. Ich stehe dazu, dass ich selbst für Kleinstprojekte (alles was größer als ein 100 Zeilen Perlskript ist) eine ausgewachsene Entwicklungsumgebung bevorzuge. Seit ein paar Jahren ist da Eclipse meine erste Wahl. Nun hat aber gerade das Plugin für die Entwicklung in C den Nachteil, dass das Source Code Parsing sich stark auf die Ausgabe einer funktionierenden Build-Umgebung stützt, so dass einige Informationen erst nach einem erfolgreichen Compilerlauf zur Verfügung stehen. Da stand ich natürlich etwas im Regen, als ich mit Eclipse unter Windows mit Cygwin versuchte, ein Tool für ein Embedded System auf Basis eines Freescale MPC5200 Prozessors zu basteln, für den ich keinen Cross Compiler hatte. Schon die Tatsache, dass ich im Endeffekt ein komplettes Unix mit Cygwin unter Windows nachbilde, ist ja eigentlich seltsam. Das mit coLinux praktisch seit ein paar Tagen auch noch ein virtualisiertes Linux auf meinem Arbeitsplatzrechner zuhause ist, wirft dann allerdings die Frage auf, warum die dämliche Kiste überhaupt noch unter Windows läuft. Unter FreeBSD ließe sich das Linux viel besser virtualisieren ;-) Ach, ich erinnere mich… MS Office und Alibre sind Schuld.
Jedenfalls stand ich vor dem Problem eine cross compile toolchain selbst zu kompilieren. Allerdings ist das ein Krampf, und die Aussage eines Kollegen, ich sollte dafür ruhig ein bis zwei Wochen an Bastelei einplanen, hob meine Motivation nicht gerade. Ich hatte schon mit Eclipse innerlich abgeschlossen und mich damit abgefunden, wieder per X-Umleitung mit einem emacs auf unserem Linux-Entwicklungsrechner zu programmieren und die dort vorhandene cross compile Umgebung zu nutzen, als mir mit einem Schlag klar wurde: Virtualisierung ist doch nicht nur Spielerei sondern hat eine Existenzberechtigung. Ich werde nach Ostern Eclipse und die cross compiler in ein Image schmeißen und unter coLinux auf meinem Rechner in der VM laufen lassen. Spart mir eine Menge Arbeit und ich kann doch so arbeiten wie ich das mag. Ha!
Geekism for the win.
Stori freute sich über das Wort geekism. Ich find es besser als geekdom, immerhin steckt ein kis(s) drin ;-)
Aber jetzt stehen für die nächsten Tage erst mal Strand und Sonne an. For life and fun.


Wahrnehmungsstörungen

Posted by Daniel Stalker
In WTF
5Apr 07

Hat der Anteil an überdurchschnittlich technikorientierten Ereignissen in meinem Leben in den letzten Tagen extrem zugenommen, oder kommt mir das nur so vor? Es wäre nicht die einzige Wahrnehmungsstörung, die mich ereilt. Es fing gestern mit den Aussentemperaturen an. Da sagte der Wetterbericht im Radio doch kurz vor dem Aufstehen tatsächlich etwas von 1-2°C. Es ist wohl meiner Faulheit anzulasten, dass ich trotzdem zu meinem über dem Stuhl hängenden Jeans-Hemd gegriffen hab, bei dem noch vom sonnigen Vortag die Ärmel hochgekrempelt waren. Was mich geritten hat, darauf zu verzichten, das Hemd zuzuknöpfen, bevor ich mich ins Freie begab? Das weiß wohl nur der Teufel. Kurz vor der Tür überkamen mich Zweifel ob dieser Bekleidung, aber die schüttelte ich ab, als ich die Tür öffnete und ins Reallife trat. Fühlte sich gar nicht so kalt an. Es muss aber verdammt kalt gewesen sein, wenn ich überlege, wie mich die Leute in ihren dicken Winterjacken, teilweise mit hochgeschlagenen Kragen, angeschaut haben. Naja, gefühlte Temperatur und so.
Auf dem Weg abends zurück durfte ich dann an einem anderen meiner Sinne zweifeln: Ich stand im Hauptbahnhof und wartete auf meine Bahn, eine andere Linie fuhr ein und Menschen strömten heraus. Eine junge Frau hielt eiligen Schrittes ziemlich zielstrebig auf mich zu, um dann kurz vor mir abzudrehen und mich unter Eindringen in meinen persönlichen Freiraums zu passieren. Wäre ich Iraner, hätte ich sie wegen Verletzung meiner Grenzen mitgenommen und eingesperrt ;-) . Stattdessen habe ich nur erwartet, gleich in einer Wolke aus Parfum zu stehen, doch stattdessen roch es nur nach frisch gerösteten Kaffeebohnen. Ich muss gestehen, eine Damenparfum mit Kaffeenote wäre definitiv etwas, was mich schwach werden ließe. Aber ich bezweifele , dass so etwas im Handel ist. es kann sich also wieder nur um eine massive Wahrnehmungsstörung gehandelt haben. bei der Häufung ist das Schlimmste zu befürchten.
Sollte ich also in nächster Zeit nicht mehr schreiben, könnte es sein, dass mich der Tod noch deutlich vor dem Wochenende vom 28. ereilt hat und ich an einem akuten Hirnaneurisma oder einem sehr aggressiven Tumor gestorben bin, welches sich durch diese Störungen ankündigt. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass ich einfach nur etwas bescheuert bin und ich gerade meinen typischen Blödsinn labere ;-)