Archive for the 'Style over substance' Category


Die Geheimnisse des Lebens

Posted by Daniel Stalker

Und wieder wurde eines der großen Geheimnisse dieser Welt gelüftet:
Ein Kollege erzählte mir von einer Fernsehdoku, wo sich ein Lehrer rühmte, dass seinen Schülern praxisnah das Programmieren beigebracht wird… mit Turtle-Grafik in XLOGO.

Wtf? Praxisnah? Programmieren? Kommt mal wieder klar, das ist LOGO. Da ist Visual Basic ja noch eher ernst zu nehmen. Nicht viel, aber wenigstens etwas.

Mein Kollege meinte darauf: “Naja, das ist etwa so, wie seinen Namen zu tanzen, statt ihn zu schreiben. Sozusagen die Walldorf-Art des Programmierens.”

Und da wurde mir plötzlich klar: Walldorfprogrammieren? Deshalb haben so viele Leute mit SAP ihre Probleme.

PS: Die Frauen versteht man davon aber immer noch nicht. ;)


Lachende Weisheit

Posted by Daniel Stalker
In Style over substance
29Nov 09

Eine meiner neuen Lieblingsserien ist Two and a Half Men. Ähnlich wie der “Least I Could Do”-Comic ein wenig bösartig, aber sehr lustig und voll von Lebensweisheiten, die man nur finden muss, während man den Rest nicht allzu ernst nehmen darf. Wie das wahre Leben also. Eine der herausragendsten Erkenntnisse der dritten Staffel z.B. ist wohl Episode 14, wobei der englische Originaltitel noch treffender ist: Love isn’t blind, it’s retarded.

Außerdem ist mir auch langweilig genug, dass ich mich tatsächlich bei Project Gutenberg als Korrekturleser angemeldet habe. Kurzgedichte von Robert Walser in Frakturschrift.
Maskottchen des Distributed Proofreader Projekts von Project Gutenberg

… die rötliche, dichterisch-phantastische
Schleppe meiner holden Herrin schlang
sich der Länge nach über die ganze Brücke,
unter welcher schwarzes, warmes, duftendes
Wasser träge floß, goldene Blätter mit sich
tragend. War es Herbst? Oder war es ein
Frühling nicht mit grünen, sondern mit goldenen
Blättern? Ich kann es nicht mehr sagen.
Unsagbar zärtlich schaute mich die Frau an:
ich war bald ihr Kind, bald ihr Mäuschen,
bald ihr Mann. Und immer war ich ihr alles.
Sie war das überragend gewaltige und große
Wesen, ich das kleine. Kahle Äste stachen hoch
oben in die Luft. So wurde ich weiter, immer
weiter weggeführt als eine Art von niedlichem
Besitz, den der Eigentümer ruhig mit sich
nimmt. Ich dachte nichts und wollte und durfte
auch von Denken nichts wissen. Alles war weich
und wie verloren. Hatte mich die Macht des
Weibes zum Knirps gemacht? Die Macht des
Weibes: wo, wann und wie regiert sie? In
der Männer Augen? Wenn wir träumen?
Mit Gedanken?

Hab ich jetzt schon zu viel Jackie-Cola getrunken, oder noch zu wenig? –
Nicht genug, wenn ich bei den obigen Worten immer noch an sie denke.


Ein Abschied…

Posted by Daniel Stalker
In Style over substance
28Aug 07

… ist auch immer die Zeit für einen Neuanfang. Momentan ist mal wieder die Zeit für Abschiede. Heute hat es das alte Standardtheme meines Blogs erwischt. Ärger scheint mich kreativ zu machen. Oder ich bin immer gereizt, wenn ich versuche kreativ zu sein, das weiß ich nicht so ganz. Jedenfalls ist dieses Theme dabei entstanden, auch wenn die meiste Arbeit in das Banner gegangen ist und ich gar nicht so viel an den php-templates geändert hab. Ein wenig Herumgefummel am css file und dann war es fertig. Hat trotzdem einige Stunden gebraucht. Naja ich hab mehr am Style als an der Substanz gebastelt, ein typischer Fall von Sendungsfanatismus. Style over substance halt. Aber ich mag es.

—————-
Now playing: Joss Stone – Sleep Like A Child
via FoxyTunes


… und Geeks

Posted by Daniel Stalker

Ich bin wohl doch ein Nerd. Ich habe meine komplette Freizeit heute tatsächlich mit Aufräumen und Wühlen durch Codezeilen verbracht. Und das, nachdem ich schon die letzten beiden Tage in der Firma schon fast ausschließlich bis zum Kinn in Sourcecode gebadet hab. Und das auch noch in einer Mischung aus hardwarenahem C und Assembler.

Die Gründer des Projektes, mit dem ich gerade zu tun habe, müssen aber auch einen gewissen Geekfaktor haben. Wer sonst würde einen universellen Bootloader Das U-Boot nennen. Wenn man sich dann durch hunderte Zeilen Code kämpft, um die Hardwareabstraktion der IDE-Treiber zu verstehen und dann in der README-Datei folgendes findet, wundert einen fast gar nichts mehr, auch wenn ich einige Sekunden gebraucht hab, um festzustellen, dass es sich nicht um C-Code handelt.


U-Boot Porting Guide:
----------------------

[Based on messages by Jerry Van Baren in the U-Boot-Users mailing list, October 2002]

int main (int argc, char *argv[])
{
sighandler_t no_more_time;

signal (SIGALRM, no_more_time);
alarm (PROJECT_DEADLINE - toSec (3 * WEEK));

if (available_money > available_manpower) {
pay consultant to port U-Boot;
return 0;
}

Download latest U-Boot source;

Subscribe to u-boot-users mailing list;
if (clueless) {
email ("Hi, I am new to U-Boot, how do I get started?");
}

while (learning) {
Read the README file in the top level directory;
Read http://www.denx.de/twiki/bin/view/DULG/Manual ;
Read the source, Luke;
}

if (available_money > toLocalCurrency ($2500)) {
Buy a BDI2000;
} else {
Add a lot of aggravation and time;
}

Create your own board support subdirectory;

Create your own board config file;

while (!running) {
do {
Add / modify source code;
} until (compiles);
Debug;
if (clueless)
email ("Hi, I am having problems...");
}
Send patch file to Wolfgang;

return 0;
}

void no_more_time (int sig)
{
hire_a_guru();
}

Ich verstehe, wenn das jetzt nicht für jeden witzig ist. Ich gehe schon in die Ecke und schäme mich.

An dieser Stelle einen schönen Gruß an Wolfgang Denk, der vielleicht genial, auf jeden Fall aber ein Guru ist und mit dem U-Boot und dem ELDK sicherlich ein Stück Softwaregeschichte geschrieben hat. Beste Grüße auch von Reinhard.

Als ich im code gen_eth_addr.c dann folgenden Kommentar gefunden hab, dachte ich einfach nur: OMG, geeks.


/* (C) Copyright 2001
* Murray Jensen
*/

/*
* setting the 2nd LSB in the most significant byte of
* the address makes it a locally administered ethernet
* address
*/

Den Satz muss man tatsächlich einige Male laut aussprechen und auf der Zunge zergehen lassen. Einfach nur geil. Präzisise und kurz formuliert, aber beim ersten Lesen versteht es bestimmt keine Sau.

Als ich heute in meinem syslog dann folgende Fehlermeldung gefunden hab, war es total aus:


Mar 31 15:47:19 mike gconfd: Some clown returned undeclared exception 'IDL:ConfigException:1.0'

Da hatte einer Spaß beim Programmieren von Fehlermeldungen. Hätte auch von mir kommen können.

Okay, genug gelacht für heute. Morgen früh ruft eine Rollenspielkonvention.


It’s nine o’clock on a Saturday,…

Posted by Daniel Stalker
In Style over substance
19Mrz 07

… the regular crowd shuffles in,
there’s an old man, sitting next to me,
making love to his tonic and gin.

Zwar fange ich diesen neuen Post mit ein paar Songzeilen des gleichen Künstlers an, dessen Zitat meinen letzten Beitrag abgeschlossen hat, jedoch denke ich mal, dass ich so trotzdem den geplanten Themenschlenker hinbekomme, auch wenn ich wieder das abgepeilte Zielkonglomerat Technik/Computer/Onlinegames weit verfehle.
Es war nicht Samstag, sondern ein Sonntag, es war nicht 21 Uhr, sondern 18 Uhr 30, und es war keine Pianobar, sondern ein irischer Pub. Die Livemusik kam auch nicht von einem Solokünstler, es waren gleich zwei Hände voller Musiker, die Traditional Irish Folk spielten. So, wie es jeden Sonntag dort ist.

Es ist wirklich faszinierend, was man dort für Menschen beobachten kann. Wenn man nur ein wenig die Augen aufmacht, fällt einem auf, dass nicht nur der staff einem bekannt vorkommt. Der Mann, der immer am gleichen Tisch sitzt, und jede Woche Seiten um Seiten mit einem Füllfederhalter in einem Ringbuchblock füllt; die Vierergruppe, die mal Karten und mal Trivial Pursuit spielt; die drei, die immer untem am entfernten Ende des Tresens sitzen, gute Bekannte der Angestellten zu sein scheinen und stundenlang reden; der Typ mit dem Schäferhund, der immer auf zwei Kilkenny reinkommt und gestern meinte, er müsse jetzt schnell heim, weil seine Frau ihm sonst nicht glaubt, dass er nur mit dem Hund draussen war.
“Yes, they’re sharing a drink they call loneliness. But it’s better than drinkin’ alone”
Eine faszinierende kleine Welt, eine Insel in der Hektik unserer Zeit. Ein Luxus, den man sich viel zu selten gönnt. Aber genau das ist doch, was den Unterschied macht zwischen einfacher Existenz und Leben. Manche noch so einfachen Dinge müssen einfach mit Stil und Hingabe getan werden. Style over substance.
Gewisse Leser darf ich in diesem Zusammenhang an das Grillen auf Dächern in den letzten zwei Sommern erinnern, sowohl virtuell als auch real. Auch dieses Jahr wird wieder ein Sommer kommen. Und der Stil wird uns ja hoffentlich nicht abhanden gekommen sein, oder?
Richtig zu leben ist eine Kunst, und ich vermute, ich habe noch viel zu lernen. Wir haben viel verlernt. Die Iren, die Schotten, die Italiener, die Spanier, sogar die Franzosen können das Leben geniessen, doch manchmal habe ich das Gefühl, in Deutschland ist das kurze Innehalten nur eine Randerscheinung. Vielleicht bin auch nur ich derjenige, der es verlernt hat. Der Fluch eines an moderne technische Kommunikationmittel gebundenen Lebens? Nicht zwangsläufig, hab ich mir vorgenommen. Mal schauen, wie das klar formulierte Ziel aussieht.