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Archive for the 'WTF' Category
Es gibt Tage, die werfen mehr Fragen über das Leben an sich auf, als sie beantworten. Ich mag solche Tage nicht, denn ich mag Antworten.
Aber wenn man morgens auf dem Weg ins Büro beim Bäcker etwas für’s Frühstück kauft und abends auf dem Weg nach Hause feststellt, dass man sein Frühstück immer noch dabei hat, wirft das eine Menge Fragen auf. Unter anderem die, ob das Lächeln der süßen Bäckereifachverkäuferin 3,60€ wert war.
Aus lauter Langeweile bin ich gerade mal meine Bookmarks durchgegangen und habe geschaut, was noch so aktuell ist, welche Seiten von Bekannten und Freunden ich schon lange nicht mehr gelesen habe, und wie man sonst noch so Zeit totschlagen könnte.
You can’t kill time without injuring eternity.
Dabei bin ich über einen Link zu youtube gestolpert und jetzt habe ich Angst. Nicht nur, dass das allesfressende Monster sämtliche Daten verschlingt und verwertet, nein, es kann mittlerweile sogar seine Schlussfolgerungen ziehen und entwickelt künstliche Intelligenz, um damit diese Daten zu interpretieren.
Anders kann ich mir jedenfalls diesen Vorschlag für “Ähnliche Videos” nicht erklären:

Youtube kennt uns alle
So, die Zeit ist tot, ich bin viel zu spät dran und das Inet ist wieder um eine unnütze Trivialität reicher. Vielleicht schaffe ich in nächster Zeit ja auch mal einen sinnvollen Post.
So long, and thanks for all the fish.
*heading for sushi*
Habe ich schon mal erwähnt, dass man sagt “kein Plan überlebt den ersten Feindkontakt”? Hat die Tagesplanung für den gestrigen Messebesuch auch nicht getan. Und mir brummt jetzt noch der Schädel. Aber ich fange einfach mal am Anfang an und höre später erst mit dem Ende auf.
Nach der Planung wollte ich zwischen 8 und 9 Uhr los, um so zwischen 9 und 10 Uhr auf dem Messegelände anzukommen. Eine Orgie aus fehlgeschlagenen Aufstehversuchen auf Grund einer viel zu kuscheligen Decke, einem arg verzögerten Frühstück und einem dringend notwendigen aber länger als geplant dauernden Anruf bei meiner Krankenversicherung später war ich dann erst kurz vor 12 auf dem Messegelände.
Das alles war vielleicht gar nicht so schlecht, aber durch die folgenden Ereignisse wurde mein Kurs durch diesen Tag dann in eine völlig andere Richtung gelenkt. Ich taperte nämlich noch nicht ganz wach durch die Ticketkontrolle auf das Messegelände, als mir die ähnlich enthusiastisch schleichende Silhouette im Anzug vor mir irgendwie bekannt vorkam. Marc hat vor zwei Jahren mal zur gleichen Zeit ein Firmenpraktikum gemacht und wir wollten uns eigentlich die ganze Zeit mal im Biergarten treffen, haben es aber irgendwie nie auf die Reihe bekommen. Jetzt, nachdem er einen Job bei einer Firma in Hamburg hat und dort hingezogen ist, treffe ich ihn hier auf der Messe. Seltsam, wie das Leben manchmal spielt. So hatte ich gleich die erste Kaffeeeinladung an den Stand seiner Firma in der Tasche.
Gleich danach stolperte ich dann am “Jugend entdeckt Technik”-Stand in der Forschungshalle über die Cheffin vom VDI Niedersachen, um gleich die nächste Einladung zum Kaffee später am VDI-Stand zu bekommen. Da Gino, einer unserer Marketingingenieure und Messereferenten, mich auch schon aufgefordert hatte, mal auf ein belegtes Brötchen und einen Kaffee an unserem Stand in Halle 9 vorbei zu schauen, war meine Planung, mich von Halle 13 nach Halle 9 durchzuarbeiten, um mir einen Überblick über Energietechnik, Effizienzforschung und Industrieautomatisierung zu verschaffen, und dann am Ende wieder in der Forschungshalle in Halle 2 zu landen. Dabei wollte ich dann bei Marc in Halle 11 vorbei schauen. Dieser Plan klappte wenigstens mehr oder weniger, bis ich bei unserem Messestand ankam.
Eine der obersten Regeln eines denkenden Mannes ist, keine Bedienungen im Restaurant, keine Flugbegleiterinnen und keine Messehostessen anzugraben. Ist sinnlos, verschwendete Energie und passiert denen so häufig, dass es sie nur nervt. Ich finde, zu deren Stressfaktor muss man nicht auch noch beitragen, obwohl ich mir ein Lächeln, ein Zwinkern und gelegentlich ein paar nette Worte irgendwie nie verkneifen kann. Das scheint ein Reflex zu sein, wenn ich solo bin, aber ausgerechnet bei unserem Messemäuschen schlug dieser Reflex noch etwas weiter aus, was dazu führte, dass ich eine neue Seite an meiner Beziehung zu Frauen entdeckt habe. Normalerweise bin ich der Typ Mann, der Frauen sammelt, die ihm alle aus unerfindlichen Gründen ihre Probleme erzählen müssen, um ihn dann schon nach kurzer Zeit als einen ihrer besten Kumpels zu sehen. Gestern stellte ich nun fest, dass ich auch anders kann: Nach 15 Minuten small talk war ich meine email-Adresse los, für den Fall, dass die gute Medizinstudentin ihre Physikprüfung versaut hat und Nachhilfe benötigt. Öfter mal was Neues.
Der Tag war jetzt schon weit fortgeschritten, es war kurz vor 17 Uhr, obwohl meine ursprüngliche Planung vorgesehen hatte, so gegen 16 Uhr auf dem Rückweg zu sein, trotzdem machte ich mich auf den Weg zu meiner Kaffeeverabredung am VDI-Stand, und wurde dort noch zu der überhaupt nicht eingeplanten VDI-Standparty am Abend eingeladen. Ich musste nur noch die 1 1/2 Stunden bis zum Beginn rumbekommen und hab mich in die Sonne auf den Rasen vor Halle 2 gehauen und gedöst.
Auf der Party hab ich dann noch Hung wiedergetroffen und im Gespräch festgestellt, dass wir uns nicht mehr gesehen haben, seit ich ihm vor 4 Jahren bei seinem letzten Umzug geholfen hab. Verdammt, wie die Zeit vergeht. Den Rest der Zeit hab ich mich dann mit einer wechselnden Gruppe aus 2-10 E-TechnikerInnen betrunken, von denen ich zwar nicht mehr einen Namen weiß, die aber alle echt nett waren.
In der Bahn nach Hause bin ich dann noch Stephen begegnet, der mich fragte, wo man hier in Hannover denn hingehen könnte, um nochmal schnell eine Studentin aufzureißen. Als ob ich sowas wüsste, hab ihm dann aber Die Ständige Vertretung vorgeschlagen. Weil die etwas schwer zu finden ist, hab ich mich im Tausch für ein Kölsch auch noch breitschlagen lassen, ihn da hin zu führen. (Gerade fällt mir ein, dass ich ihm auch einfach Steffis Telefonnummer hätte geben können.) Unterwegs sind haben wir uns im Vorbeigehen über das hannoversche Opernhaus unterhalten, als sich eine Frau in unser Gespräch einmischte. Im Verlauf stellte sich dann heraus, dass Stephen und sie beide gebürtige Dresdener sind und früher mal nur zwei Strassen auseinander gewohnt haben. Zufälle gibt’s.
Etwa eine halbe Stunde Später war ich dann endgültig auf dem Heimweg, nur um direkt vor meiner Haustür dann Florian, einem WiWi, den ich schon seit bestimmt 2 Jahren nicht mehr getroffen habe, und seiner Freundin zu begegenen, die gerade aus Emden (oO?) kamen, und habe mich mit den beiden noch ca. eine halbe Stunde -es war mittlerweile kurz vor 1- über Wirtschaftsmodelle und die Unfähigkeit vieler WiWis, die Gültigkeitsweite dieser Modelle zu erkennen, unterhalten.
Was für ein seltsamer Tag…
Hat der Anteil an überdurchschnittlich technikorientierten Ereignissen in meinem Leben in den letzten Tagen extrem zugenommen, oder kommt mir das nur so vor? Es wäre nicht die einzige Wahrnehmungsstörung, die mich ereilt. Es fing gestern mit den Aussentemperaturen an. Da sagte der Wetterbericht im Radio doch kurz vor dem Aufstehen tatsächlich etwas von 1-2°C. Es ist wohl meiner Faulheit anzulasten, dass ich trotzdem zu meinem über dem Stuhl hängenden Jeans-Hemd gegriffen hab, bei dem noch vom sonnigen Vortag die Ärmel hochgekrempelt waren. Was mich geritten hat, darauf zu verzichten, das Hemd zuzuknöpfen, bevor ich mich ins Freie begab? Das weiß wohl nur der Teufel. Kurz vor der Tür überkamen mich Zweifel ob dieser Bekleidung, aber die schüttelte ich ab, als ich die Tür öffnete und ins Reallife trat. Fühlte sich gar nicht so kalt an. Es muss aber verdammt kalt gewesen sein, wenn ich überlege, wie mich die Leute in ihren dicken Winterjacken, teilweise mit hochgeschlagenen Kragen, angeschaut haben. Naja, gefühlte Temperatur und so.
Auf dem Weg abends zurück durfte ich dann an einem anderen meiner Sinne zweifeln: Ich stand im Hauptbahnhof und wartete auf meine Bahn, eine andere Linie fuhr ein und Menschen strömten heraus. Eine junge Frau hielt eiligen Schrittes ziemlich zielstrebig auf mich zu, um dann kurz vor mir abzudrehen und mich unter Eindringen in meinen persönlichen Freiraums zu passieren. Wäre ich Iraner, hätte ich sie wegen Verletzung meiner Grenzen mitgenommen und eingesperrt . Stattdessen habe ich nur erwartet, gleich in einer Wolke aus Parfum zu stehen, doch stattdessen roch es nur nach frisch gerösteten Kaffeebohnen. Ich muss gestehen, eine Damenparfum mit Kaffeenote wäre definitiv etwas, was mich schwach werden ließe. Aber ich bezweifele , dass so etwas im Handel ist. es kann sich also wieder nur um eine massive Wahrnehmungsstörung gehandelt haben. bei der Häufung ist das Schlimmste zu befürchten.
Sollte ich also in nächster Zeit nicht mehr schreiben, könnte es sein, dass mich der Tod noch deutlich vor dem Wochenende vom 28. ereilt hat und ich an einem akuten Hirnaneurisma oder einem sehr aggressiven Tumor gestorben bin, welches sich durch diese Störungen ankündigt. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass ich einfach nur etwas bescheuert bin und ich gerade meinen typischen Blödsinn labere
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